Süd-Afrika zur Zeit der Apartheid             

  
Auf der Suche nach Kupfer und Diamanten - Eindrücke von 6 Monaten im südafrikanischen Busch       

Eine besondere Zeit für mich war die Arbeit in einem geologischen Explorationsteam an einem "weissen Fleck der Landkarte" im nordwestlichen Südafrika als Unterbrechung meiner Studienzeit. 

Monatelange Einsamkeit in ursprünglicher Natur und die tägliche Spannung, in noch geologisch unkartiertem Gebiet auf Kupfer, Nickel und Diamantlagerstätten zu treffen sind eine ganz spezielle Mischung von Reizen! Zumeist alleine, später mit eingeborenem "Fährtenleser" zu Fuss unterwegs, gewinnt man ein ganz besonders inniges Verhältnis zur umgebenden Natur. 

Der eingeborene Führer Joe hatte die unschätzbare Gabe, eine ihm vorgegebene Richtung ohne Blick auf den Kompaß über Berg und Tal perfekt einzuhalten. Und selbst wenn man Hindernisse grossräumig umgehen musste, führte er mich mit schlafwandlerischer Sicherheit wieder "auf die Spur" zurück. Genauso sicher fand er die Wasserstellen.

 

   
 Den habe ich manchen Morgen an derselben Stelle getroffen, ein wilder Strauß mit sehr eingefahrenen Gewohnheiten

Es war noch Apartheid, Schwarze durften in Süd-Afrika per Gesetz nicht im Fahrerhaus eines Weißen mitfahren! Ich hatte ihn mehrfach dazu ermuntert, aber die Angst war zu groß. Man kann sich dabei kaum vorstellen, wie hart die Stöße bei der Fahrt über Stock und Stein auf der blechernen Laderampe sind. Wir freundeten uns trotz aller Barrieren auf unseren täglichen Streifzügen im Laufe der Zeit sogar etwas an. 

Dies war das erste Mal, dass ich ihn dazu gebracht hatte,  bei der Mittagsrast mit unter "meinen" Schattenbaum zu kommen, und er nimmt mir ganz höflich nur ein ganz klein wenig Schatten weg! 

Gegen Ende der Zeit nahm er mich dann auch zu seiner Familie in den Kral mit, die dort unter erbarmungswürdigen Bedingungen lebte - Monatelang gab es nur einen Klumpen Hirsebrei täglich, die Kinder hatten deutliche Mangelerscheinungen. Alle Fotos, die ich in dieser Umgebung schoß, bekam ich von der südafrikanischen Entwicklungsanstalt nicht mehr wieder - dieser Film war als einziger von ca 20 "verlorengegangen" - eine gängige Praxis der Zensur damals, wie mir später gesagt wurde. 

Nie vergessen werde ich ein Fest im Kral mit einem grossen Topf "Kaffer-Bier", selbstgebraut, in den vor meinen Augen noch ein ganzer Satz leerer Batterien geworfen wurde. Auf meine Frage: "Warum denn das?" kam die Antwort: "makes beer strong" ..... ..gibt Kraft!

Zurück zur Exploration: Einmal in der Woche kam der Chefgeologe der "African Selection Trust"-Gesellschaft zur Diskussion der Ergebnisse.

Über einhundert Quadratkilometer verteilt waren wir zu dritt - hier die beiden anderen Feldgeologen und ein ganzer Trupp Eingeborener . 

   

Am Ende wurden wir fündig - hier das "Siegerfoto!":  Unter dieser Stelle lagert ein Kupfer-Nickel-Erzgang, aufgespürt durch geologische Kartographie, sowie geoelektrische und geochemische Meßmethoden. Diamantführende Sedimente fanden wir auch, aber nicht in abbauwürdiger Konzentration: im Schnitt 2 Karat pro 100 Gesteinstonnen, da muss man lange suchen.....

Und danach:

Kontrastprogramm Urlaub in Südafrika!

.....am indischen Ozean, ein gelbes indisches Krokodil

Schlange von oben (eine Puffotter) und.....

eine "Boomslang"  hinter dem Zelt.....in der Nacht habe ich im Auto geschlafen!

 

Das Kap der guten Hoffnung, ein herrlicher Platz!



Sonnenuntergang in der Kapregion



.und zum Abschluß noch ein Bild aus Port Elizabeth, ganz im italienischen Stil der Einwanderer.

Aber auch hier Kontrastprogramm - zwar farbenfroh, aber bitterarm: ein Mädchen in den Slums indischer Einwanderer in Kapstadt

Alles in allem:  interessante Erfahrungen mit Kontrasten, die  nachdenklich machen!

Disclaimer 
  © Dr. Martin Hoppe 2001-2002