Notizen vom Spreewald und Elbsandsteingebirge

 



Spreewald: Ein Traum in Grün, das Paddlerherz geht mir über bei den unzähligen Wasserwegen,
  schnurstracks wird ein Boot gemietet und eine Tour gestartet, sanft gleitend durch romatische, stille Gewässer.  Die Mücken sind tagsüber friedlich, das Wetter ideal, jeden Schleuse hat „Besatzung“, Schuljungen, die sich fürstliche Trinkgelder erarbeiten. Wie war das doch früher, als man an jeder Schleuse aus dem kippeligen Boot raus- und wieder rein musste, vorbei sind diese Zeiten, zumindestens während der Brandenburger Schulferien.

Besonders idyllisch sind die Wasserwege, die so schmal sind, dass man nicht wenden kann. Gut, wenn man keine Sackgasse erwischt!

Viele an die Kanäle angrenzende Gärten haben Schilder „freilaufende, bissige Hunde“ oder ähnliches, da stimmt doch was nicht!? Sind unter den Kanuten so viele Gangster? 

Neben der eindrucksvollen Kajaktour machen wir ganz bewusst auch die Touristen-Kahntour mit. Sie eröffnet andere Perspektiven, nicht nur vom höheren Standpunkt: die menschlichen sind für mich die interessantesten: die trockene, humorvolle Freundlichkeit der Kahntouristen (wobei wir die einzigen aus den Westländern sind, und uns immer noch als „Fremdkörper“ fühlen), Hier wird noch sorglos geraucht, gegessen ohne Reue, Müslidenken und Diätanspruch, und viel menschliche Herzlichkeit ausgetauscht! Markenzeichen der Frau ist übrigens die rote Strähne im Haar vorne rechts. :-)


Elbsandsteingebirge: Das Wohnen auf der Bastei, hoch über dem Elbtal ist herrlich. Das Hotelzimmer  ist edel und riesengroß. Morgens zum Sonnenaufgang geht´s raus zur Aussichtsplattform, und einzigartige Stimmungen erwarten uns!

 Jeder Sonnenaufgang hat hier etwas besonderes. Erste Nebel steigen auf, verflüchtigen sich in Minuten, ein Regenbogen überspannt das Elbtal, Felsen leuchten intensiv im Morgenlicht.



Die Sandsteinfelsen sind ein Sinnesgenuß in ihren wechselnden Farben und Formen. Dazu kommen die durchdringenden Geräusche der Bahnstrecke nach Tschechien, mit laut summenden E-Loks und den hier immer noch aktiven „Taigatrommeln“, Fernweh pur. Das alles zusammen ist fast schöner als der Grand Canyon. Warum ist eigentlich um diese Zeit niemand sonst hier? Die Touristenwelle startet so gegen 9, vorher sieht man nur
  freundlich grüßendes Betriebspersonal.


Bad Schandau im Elbtal an der tschechischen Grenze lockt mit verfallenen Villen (jedes Mal weniger), einem Thermalbad (hier kann man sogar in Klang baden, ein Genuß) und dem romantischen Kirnitzsch-Tal mit einer historischen Überland-Straßenbahn à la Thüringer Wald-Bahn und einem Wasserfall, der alle halbe Stunde zu den Klängen von Vangelis bewässert wird, damit er seinen Namen verdient.

 

Gasthäuser im Osten: man findet wenige, die vielleicht die rustikale Basis der Küche erhalten haben, aber man muss suchen, am besten irgendwo in einem halbverfallenen Dorf ohne Sehenswertes,  mit einer Tafel draußen: "Kohlroulade mit Speck und Kartoffeln, 3,90 €". Ein Genuß!

 

Disclaimer 
        © Dr. Martin Hoppe  2008